Wie viele Ihrer Lieferanten beauftragen die Spedition selbst?

Wie viele Ihrer Lieferanten beauftragen die Spedition selbst?

Stellen Sie sich die Frage einmal konkret: Wie viele Ihrer Inbound-Lieferanten beauftragen die Spedition nicht selbst, sondern übergeben das an Ihren Einkauf, Ihre Disposition oder direkt an Sie? Und wie viele beauftragen sie selbst — also auf FCA-Basis, frei Haus beim Spediteur ihrer Wahl, mit einem Fahrer, den Sie noch nie gesehen haben? Die Antwort darauf bestimmt, wie viel Steuerungsmacht Sie über Ihren eigenen Wareneingang tatsächlich haben.

Die stille Mehrheit: FCA-Lieferungen ohne Portalzugriff

In deutschen Werken laufen nach Branchenschätzungen 40 bis 70 Prozent aller Inbound-Lieferungen auf FCA-Basis. Das bedeutet: Der Lieferant hat die Spedition beauftragt, der Spediteur fährt auf eigene Rechnung, und der Fahrer ist jemand, der mit Ihrem Zeitfenster-System noch nie in Berührung gekommen ist — oft auch nicht kommen kann.

Zeitfenster-Portale setzen nämlich voraus, dass jemand bucht. Das ist in der Regel der Spediteur. Wenn der Spediteur aber nicht im System registriert ist, keine Zugangsdaten hat oder die Buchungsgebühr ihn abschreckt — ab etwa einem Euro pro Buchung bricht laut einer Cargoclix-Eigenstudie die Akzeptanz spürbar ein — bleibt der Slot leer. Das Fahrzeug kommt trotzdem. Nur eben dann, wenn es passt.

Das ist kein Versagen des Portals. Es ist ein strukturelles Problem: Das Portal deckt nur die Spediteure ab, die Sie einladen können. FCA bedeutet: Sie laden niemanden ein — der Lieferant tut das.

40–70 % des Inbounds laufen per FCA – was das für Ihre Hofsteuerung bedeutet
Bei FCA-Lieferungen verliert das Werk die Steuerung über den Ankunftszeitpunkt — bevor der LKW überhaupt rollt.

Was Ihr Hof davon nicht weiß — und nicht sehen kann

Hier liegt das eigentliche Problem. Es geht nicht um Pünktlichkeit. Es geht um Sichtbarkeit: Wer kommt wann? Mit welchem Fahrzeug? Hat er eine Ware dabei, die dringend gebraucht wird, oder ist es ein Routinestück ohne Dringlichkeit?

Der typische Ablauf in einem mittelständischen Werk sieht so aus: Das Zeitfenster wurde für 9:30 Uhr gebucht — von wem auch immer. Der Fahrer kennt den Slot nicht, weil der Spediteur ihn nicht weitergegeben hat. Er fährt los, wann sein Auftrag fertig ist, navigiert das Tor an, meldet sich bei der Pforte und wartet. Die Disposition erfährt erst, dass er da ist, wenn der Stau vor dem Tor sichtbar wird oder die Pforte anruft.

Bis dahin hat der Hof noch drei andere Fahrzeuge, von denen zwei ohne Voranmeldung kamen und eines mit einer Ladung wartet, für die der Stapler gerade woanders ist.

Das ist kein Ausnahmetag. Das ist Mittwochmorgen.


Die Subunternehmer-Kette als Verstärker

Was den FCA-Blindflug strukturell verschärft: Die meisten größeren Spediteure fahren nicht selbst. Sie vergeben an Subunternehmer — und diese manchmal wieder an Subunternehmer. Am Ende sitzt ein Fahrer in einem Fahrzeug, das über zwei Ebenen beauftragt wurde. Der ursprüngliche Spediteur hat die Kontaktdaten des Fahrers oft gar nicht in Echtzeit. Der Subunternehmer schon, aber der kommuniziert nicht mit Ihrem Werk.

Das bedeutet: Zwischen dem Moment, in dem Ihr Lieferant die Spedition beauftragt, und dem Moment, in dem der Fahrer vor Ihrem Tor steht, gibt es eine Kette von drei bis vier Akteuren — von denen Sie mit keinem direkt sprechen.

Der Fahrer ist das letzte Glied dieser Kette. Und er ist der einzige, der tatsächlich weiß, wann er bei Ihnen ankommt.


Slot ≠ Ankunft: Die Gleichung, die nie gestimmt hat

Zeitfenster lösen ein anderes Problem als das, das auf Ihrem Hof täglich entsteht. Sie lösen das Planungsproblem: Wann soll jemand kommen? Sie lösen nicht das Steuerungsproblem: Wann kommt jemand tatsächlich?

Zwischen gebuchtem Slot und tatsächlicher Ankunft liegen im Schnitt 20 bis 90 Minuten Abweichung — mal früher, mal später. Das ist keine Schätzung aus der Luft: Es ist das, was jede Dispo kennt, die täglich Anrufe entgegennimmt mit der Frage "Kann ich auch eine Stunde früher kommen?" oder "Ich steh' grad im Stau, bin erst um elf da."

Diese Anrufe landen bei Ihrer Dispo. Die tippt die neue Uhrzeit in eine Tabelle, schreibt eine E-Mail an den Wareneingang, hofft, dass der Stapler noch frei ist.

Jetzt rechnen Sie kurz mit: Wenn in einem Werk täglich 30 Anlieferungen stattfinden und jede fünfte zu einer aktiven Rückmeldung führt — sechs Anrufe à zehn Minuten, dazu Dokumentation und Weitergabe — sind das täglich eine Stunde Dispositionszeit. Auf 250 Arbeitstage und einen Stundensatz von 40 Euro gerechnet: 10.000 Euro pro Jahr für das Entgegennehmen von Nachrichten, die niemand hätte weiterleiten müssen.

Das ist die Untergrenze. In Werken mit höherem Volumen oder weniger digitalem Lieferantenstamm sieht die Rechnung anders aus.

ETA-Transparenz: Warum der Ankunftszeitpunkt 12 Stunden vor Tor-Öffnung entscheidend ist
Wer die ETA erst kennt, wenn der Fahrer klingelt, steuert nicht — er reagiert.

Warum „strengere Regeln" das Problem nicht löst

Die übliche Reaktion auf schlechte Pünktlichkeit im Wareneingang: Man verschickt ein Lieferanten-Rundschreiben. "Bitte nur innerhalb des gebuchten Zeitfensters anliefern." Man schreibt die Anforderung in den Lieferantenvertrag. Man droht mit Ablehnung.

Das wirkt selten. Nicht weil die Lieferanten böswillig sind, sondern weil sie die Kette nicht steuern können, die Sie auch nicht steuern können. Der Lieferant beauftragt die Spedition. Die Spedition beauftragt den Subunternehmer. Der Subunternehmer instruiert den Fahrer morgens um sechs. Der Fahrer fährt los. Niemand in dieser Kette hat einen Grund, Ihr Zeitfenster-Portal zu prüfen — und viele haben schlicht keinen Zugang dazu.

„Wir haben die Regeln verschärft. Die Carrier kennen sie — aber der Fahrer am Steuer nicht."

Das hören Logistikleiter oft von sich selbst, wenn man nachhakt. Es ist keine Aussage über schlechte Lieferanten. Es ist eine Aussage über ein System, das Informationen nicht bis an die richtige Stelle transportiert.


Das Vakuum zwischen Auftragserteilung und Toreinfahrt

Zwischen dem Moment, in dem Ihr Lieferant die Spedition beauftragt, und dem Moment, in dem das Fahrzeug Ihr Tor passiert, liegt eine Zeitspanne von typischerweise 12 bis 48 Stunden. In dieser Zeit passiert aus Ihrer Sicht: nichts.

Sie sehen keinen Fortschritt. Sie wissen nicht, ob der Fahrer schon geladen hat, ob er noch auf eine Zollfreigabe wartet, ob die Spedition einen anderen Fahrer eingesetzt hat als ursprünglich geplant. Der Lieferant weiß es manchmal, oft aber auch nicht — weil er nach Auftragserteilung selbst keinen Einblick mehr in die operative Disposition hat.

Diese 12 bis 48 Stunden sind das strukturelle Vakuum, das kein Slot-System schließt. Das Portal kennt den Slot. Es kennt nicht die Realität.

Bis zu 80 Prozent der Pre-Avise, die in deutschen Werken ankommen, tun das per Excel oder E-Mail — also als statische Momentaufnahme, die zum Zeitpunkt des Eintreffens längst veraltet sein kann.


Was mit dem Fahrer möglich wäre

97 Prozent der LKW-Fahrer haben ein eigenes Smartphone. Das ist keine Hochrechnung — das ist die gelebte Realität an jedem Werkstor. Der Fahrer navigiert mit dem Handy, empfängt Nachrichten, organisiert seinen Tag digital.

Er ist erreichbar. Er ist das einzige Glied der Kette, das tatsächlich weiß, wo er gerade ist.

Das Problem ist nicht der Fahrer. Das Problem ist, dass bisher niemand aus Ihrem Werk mit ihm spricht — weil die Kette zu lang ist, weil Sie seine Nummer nicht haben, weil Sie nicht wissen, wer heute tatsächlich fährt.

Heylog schickt dem Fahrer automatisch eine WhatsApp. Er bestätigt seine ETA. Sie sehen es im Dashboard. Kein Anruf, keine App, kein Portal-Login. Der Fahrer meldet sich bei Ihnen, bevor er kommt — unabhängig davon, wer die Spedition beauftragt hat und ob ein Slot gebucht wurde oder nicht.


Was das für Ihren FCA-Anteil bedeutet

Wenn 40 bis 70 Prozent Ihres Inbounds auf FCA läuft, dann ist das die Gruppe, über die Sie heute de facto keine Vorab-Information haben. Nicht weil Sie es nicht wollen. Sondern weil die Informationskette diese Gruppe systematisch ausschließt.

Der Punkt ist nicht, das Slot-System abzuschaffen. Slots erfüllen eine Planungsfunktion — sie sind sinnvoll. Aber sie sind kein Steuerungsinstrument. Sie sind eine Absichtserklärung.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht: "Wie bringen wir mehr Spediteure ins Portal?" Sondern: "Wie stellen wir sicher, dass wir für jede Anlieferung — Slot oder kein Slot, FCA oder DDP, Stammcarrier oder Subunternehmer — spätestens 12 Stunden vor Ankunft wissen, was uns trifft?"


Eine offene Frage zum Abschluss

Wissen Sie, bei wie vielen Ihrer gestrigen Anlieferungen der Fahrer von einem Subunternehmer kam, den Sie vorher nicht kannten? Und bei wie vielen hatten Sie mehr als zwei Stunden Vorlauf auf die tatsächliche Ankunftszeit?

Wenn die Antwort auf beides "weiß ich nicht genau" ist — dann ist das nicht Ihr Versagen. Es ist die logische Konsequenz eines Systems, das am Fahrer endet, ohne ihn je einzuschließen.

Was würde sich ändern, wenn Sie das für jeden FCA-Inbound wüssten?


Häufige Fragen

Was bedeutet FCA Inbound Steuerung für produzierende Betriebe?

Bei FCA Inbound Steuerung beauftragen Ihre Lieferanten die Spedition eigenständig. Das Werk hat keinen direkten Zugriff auf den beauftragten Carrier und erhält oft keine Vorab-ETA. Laut Branchenschätzungen laufen 40–70 % aller DACH-Inbound-Lieferungen auf FCA-Basis — der größte blinde Fleck im Wareneingang vieler Werke.

Warum greift ein Zeitfenster-Portal bei FCA-Lieferungen oft nicht?

Zeitfenster-Portale setzen voraus, dass der Spediteur sich registriert und einen Slot bucht. Bei FCA-Lieferungen beauftragen Lieferanten eigene Spediteure, die häufig keinen Portalzugang haben. Laut einer Cargoclix-Eigenstudie bricht die Spediteur-Akzeptanz bereits ab ca. 1 € Buchungsgebühr spürbar ein — die Folge sind ungeplante Ankünfte.

Wie kann ein Werk die Ankunftszeit von FCA-Fahrern frühzeitig kennen?

Da 97 % der LKW-Fahrer ein eigenes Smartphone besitzen, ist eine direkte Kontaktaufnahme per Messenger möglich. Wenn der Fahrer automatisch eine Nachricht erhält und seine ETA bestätigt, bevor er das Werk erreicht, entfallen manuelle Anrufe — und die Dispo hat für jede Anlieferung einen Vorlauf, unabhängig davon, wer die Spedition ursprünglich beauftragt hat.


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